Desto näher die wichtigen Termine im Superwahljahr 2009 rücken, desto mehr – so scheint es zumindest – nehmen Unruhe und Zwistigkeiten in der Großen Koalition zu. Die Frontlinien verlaufen dabei nicht ausschließlich zwischen der SPD und der Union. Auch zwischen den Unions-Schwesterparteien rumort es zusehends, wie der offene Widerspruch aus CDU-Kreisen gegen die CSU-Linie in Sachen Umweltgesetzbuch zeigte. Bei der Frage der Steuersenkungen ist man sich ja schon in der Vergangenheit unionsintern nicht einig gewesen.

Der neue bayrische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer will offenbar um jeden Preis das christsoziale Profil schärfen. Er fürchtet wohl um die Macht- und Sonderstellung seiner Partei und will einen weiteren Abstieg unbedingt verhindern. Ob die Wähler diese bayrische Kraftmeierei goutieren, wird sich spätestens bei den Europawahlen im Juni herausstellen.

Themen der Woche

  • Der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages beschäftigt sich diese Woche mit der Daten-Affäre der Deutschen Bahn, bei der ein Großteil der Mitarbeiter einer Überprüfung unterzogen wurde. Brisant: Der Leiter der Konzernrevision Josef Bähr, der ebenfalls befragte werden sollte, wurde am Dienstag beurlaubt. Unterdessen denkt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries über ein Gesetz nach, das den Umgang mit Arbeitnehmerdaten regeln soll nach. Könnten Datenskandale damit verhindert werden?
  • Jetzt also doch: Wirtschaftsminister Michael Glos ist zurückgetreten. Nachdem CSU-Parteichef Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Wochenende den Rücktrittswunsch des Franken noch ablehnten, wurde in München Anfang dieser Woche sein Nachfolger präsentiert. Acht Monate vor der Bundestagswahl soll der bisherige CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg in Sachen Wirtschaft Position beziehen. Bisher wurde diese Aufgabe eher vom SPD-Minister Peer Steinbrück wahrgenommen. Führt dieser Personalwechsel zu mehr Handlungsfähigkeit der Großen Koalition im krisengeprägten Vorfeld der Bundestagswahl?

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Eigentlich müsste das neue Umweltgesetzbuch der Kanzlerin am Herzen liegen. Immerhin hatte Angela Merkel (CDU) das Vorhaben persönlich angestoßen, als sie selbst noch Umweltministerin unter Kohl war. Jetzt jedoch erklärte ihr Nachfolger in diesem Amt, Siegmar Gabriel (SPD) das Projekt als gescheitert – er konnte sich bis zuletzt nicht mit der CSU und ihrem Chef Horst Seehofer auf einen Kompromiss einigen.

SPD und Union beschuldigen sich nun munter gegenseitig, das Gesetz zu Fall gebracht zu haben. Daneben wird jedoch auch Kritik an der Kanzlerin laut: Sie könne sich parteiintern immer weniger durchsetzen und nutze ihre Richtlinienkompetenz nicht aus. Für das Superwahljahr 2009 ist dieser Streit wohl nur ein Vorgeschmack – hat ergebnisorientiertes Regieren und Kompromissfähigkeit in der Großen Koalition dieses Jahr überhaupt noch einen Platz?

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Themen der Woche

  • Das zweite Konjunkturpaket ist weiterhin umstritten. Besonders die daraus resultierende schwere Schuldenlast lässt viele an dieser Maßnahme zweifeln. Daneben gab es aber auch Streit um die Schäffler-Gruppe. Deren gewagte Übernahme der viel größeren Continentalwerke gestaltet sich angesichts der Finanzkrise schwieriger als gedacht – nun fordert man deshalb Geld vom Staat, um Arbeitsplätze zu erhalten. Ist dies nur der Anfang einer langen Reihe von Bittstellern?
  • Der Papst muss sich massiv Kritik gefallen lassen, jüngst sogar in scharfer Form auch von der Bundeskanzlerin. Zuvor hatte er die konservative Piusbruderschaft rehabilitiert – darunter auch den britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson. Wird er diesen Schritt angesichts des starken öffentlichen Drucks rückgängig machen?
  • Das Umweltgesetzbuch ist wohl endgültig gescheitert. Der Streit über die Schuld daran geht jedoch gerade erst los: In der Großen Koalition schiebt man sie sich gegenseitig zu – ein Vorgeschmack auf das Superwahljahr 2009, in dem sich wohl keine Partei mehr auf große Kompromisse einlassen dürfte. Ist jetzt nur noch Wahlkampf?

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Das Hickhack hat ein Ende – die Große Koalition hat sich nach langen Streitigkeiten nun auf eine Umgestaltung der Kfz-Steuer geeinigt. Ziel der Reform ist es, durch eine Kopplung der Steuer an den CO-2-Ausstoß den Kauf klimaschonender Fahrzeuge attraktiver und das Fahren von „Dreckschleudern“ dementsprechend teurer zu machen.

Zeitweise sah es aber danach aus, dass durch eine Deckelung der Hubraumkomponente bei der Steuerberechnung gerade besonders klimaschädliche Autos am meisten begünstigt werden sollten. Erst durch Proteste des Umweltministeriums und der Grünen, aber durchaus auch massiver öffentlicher Kritik wurde der Entwurf nochmals überarbeitet. Doch auch jetzt müsste zum Beispiel ein Halter einer schweren Audi A8-Limousine mit Dieselmotor in Zukunft gerade mal neun Euro mehr im Jahr bezahlen. Sinnlose Symbolpolitik oder wichtiger Paradigmenwechsel?

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Themen der Woche

  • Der Wahlkampf zur Bundestagswahl im Herbst wirft seine Schatten voraus:
    SPD-Chef Müntefering warf der Linken vor, eine „nationale soziale Politik“ zu betreiben, womit er die Partei zumindest auf der sprachlichen Eben in die rechte Ecke zu stellen versuchte. Außerdem schloss Müntefering erneut eine Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene aus. Die Linkspartei ist natürlich empört.
  • Die Hartz-IV-Sätze für Kinder bis 14 Jahre sind verfassungswidrig – so zumindest befand gestern das Bundessozialgericht: Die bisherige Zahlung von 60 Prozent des Erwachsenenregelsatzes pro Kind sei nicht vom Gesetzgeber aufgrund des genuinen Bedarfs begründet und decke nicht das Existenzminimum von Familien. Das letzte Wort hat jetzt das Bundesverfassungsgericht. Kommt dann eine Erhöhung des Hartz-IV-Satzes zur Bekämpfung der Kinderarmut?
  • Das Bundeskabinett hat den Entwurf zur Kfz-Steuerreform verabschiedet. Diese Umgestaltung des Steuersystems ist eingebettet in das 50 Milliarden Euro schwere zweite Paket der Regierung zur Stützung der deutschen Konjunktur in der Finanzkrise. Die Diskussion über die daraus resultierende enorme zusätzliche Staatsverschuldung hält jedoch weiter an.

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Der politische Betrieb kommt langsam wieder auf Hochtouren. Nach der Winterpause nahmen diese Woche auch die Parlamentarier im Bundestag ihre Arbeit auf, eine Woche früher als geplant.

In der gestrigen Plenarsitzung stand erwartungsgemäß die Konjunkturpolitik der Bundesregierung im Mittelpunkt. Trotz der Dispute der letzten Tage und Wochen um Steuersenkungen und öffentliche Investitionsprogramme gab sich die Große Koalition demonstrativ einig. Besonders die beiden Rivalen ums Kanzleramt im Superwahljahr 2009, also Angela Merkel und ihr Vize und Herausforderer von der SPD Frank-Walter Steinmeier, probten den Schulterschluss: Gemeinsame Handlungsfähigkeit und großkoalitionäre Geschlossenheit demonstrieren, das war das Gebot der Stunde, der Wahlkampf wird noch früh genug beginnen.

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Themen der Woche

  • CDU und SPD haben sich auf das zweite Konjunkturpaket geeinigt. 50 Milliarden Euro ist der “Pakt für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland” schwer und damit das größte Konjunkturprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik. Um knapp 20 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben sollen Betriebe und Bürger entlastet werden. Für die Kreditversorgung der größeren Unternehmen wird ein 100 Milliarden Euro Bürgschaftsprogramm aufgelegt. Weitere 450 Millionen sind für die Förderung von Forschung und Entwicklung des Mittelstands vorgesehen. Zudem werden öffentliche Investitionen in Bildung und Infrastruktur gefördert. Welche Wirkung dieses Paket bei der Überwindung der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise hat, ist allerdings fraglich.
  • Kommenden Sonntag sind die hessischen Bürger innerhalb eines Jahres schon zum zweiten Mal aufgerufen, einen neuen Landtag in Wiesbadenzu wählen. Die Wahl scheint nach den aktuellsten Umfragen quasi entschieden. Schwarz-Gelb kann mit einer satten Mehrheit von bis zu 55% rechnen. Für die Sozialdemokraten und ihren Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel, der mit einem modernen Internetwahlkampf á la Obama nochmal alles in die Waagschale wirft, geht es wohl nur noch um Schadensbegrenzung. Eine andere spannende Frage ist, ob die Linkspartei den Wiedereinzug ins Parlament schafft und ihr Projekt “Etablierung im Westen” fortsetzen kann. Doch allzu sicher kann sich Roland Koch auch nicht sein. Zu oft hat sich der deutsche Wähler in den letzten Jahren als unberechenbar erwiesen.

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Die Weihnachtspause ist zu Ende, mit frischem Schwung starten wir in das Superwahljahr 2009. Das Trupoli-Team wünscht Ihnen ein gesundes und spannendes Jahr 2009.

Politisch beginnt das neue Jahr wie das alte aufgehört hat – die Finanz- und Wirtschaftskrise bestimmt alle Diskussionen; die Große Koalition hat sich nun endlich auf die Grundzüge eines zweiten Konjunkturpakets geeinigt.

Die SPD beugt sich dem steten Drängen der CSU nach Steuersenkungen, wird aber wohl im Gegenzug von der Union ebenfalls Zugeständnisse einfordern, zum Beispiel bei ihrer Forderung nach einer Abwrackprämie für Altautos. Klar ist aber, dass das neue Paket mit einem Volumen zwischen 40 und 50 Milliarden Euro die Staatsverschuldung Deutschlands wieder deutlich in Richtung der 3-Prozent-Grenze des EU-Stabilitätspaktes treiben wird. Wird die Regierung die Wirtschaftskrise so eindämmen können?

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Themen der Woche

  • Der hessische Landtagswahlkampf nähert sich dem großen Finale. Immer noch versucht Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), gegen den uneinholbar scheinenden Vorsprung seines Kontrahenten Roland Koch (CDU) anzukämpfen. Doch ausgerechnet so kurz vor der Wahl wird er auch noch vom Generalsekretär der Hessen-SPD vorgeführt: Norbert Schmitt, ein Vertrauter Yspilantis, gab nun bekannt, dass er seinen Posten aufgeben wird. Ist das Rennen schon entschieden?
    Außerdem auf Trupoli: Eine Übersicht über alle Spitzenkandidaten bei den anstehenden Landtagswahlen.
  • Das zweite Konjunkturpaket kommt. Über die genaue Ausgestaltung sind sich Union und SPD zwar noch nicht einig, alles deutet aber auf einen Kompromiss hin: Die CSU bekommt ihre so vehement geforderten Steuersenkungen, aber wohl nur in sehr kleinem Rahmen. Die Details sollen bis nächste Woche geklärt sein. Weiter umstritten ist aber, welche Maßnahmen eigentlich sinnvoll sind, um die Konjunktur in Deutschland zu stützen.
  • Die Staatsverschuldung der Bundesrepubliksteigt rapide an und nähert sich wieder bedrohlich der 3-Prozent-Grenze der EU. Das Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts ist angesichts der Finanzkrise mal wieder in ferne Zukunft gerückt. Jetzt tragen sich Politiker in der Großen Koalition mit dem Gedanken, eine effektivere Schuldenbegrenzung in die Verfassung zu schreiben. Leben wir zu sehr auf Kosten zukünftiger Generationen?

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Merkel wartet auf Obama

18. Dezember 2008

Merkel wartet auf Obama

In der Vorweihnachtszeit dreht sich die politische Debatte weiterhin stark um die bevorstehende Konjunkturkrise. In so kurzen Abständen veröffentlichen Forschungsinstitute in letzter Zeit Horrorprognosen für nächstes Jahr, dass inzwischen sogar darüber nachgedacht wird, schlechte Wirtschaftsprognosen schlicht nicht mehr zu veröffentlichen - um die zurückhaltenden Konsumenten nicht noch zusätzlich zu verängstigen.

An dieser Problematik konnte auch das von Kanzlerin Angela Merkel einberufene Krisentreffen im Kanzleramt letztes Wochenende so schnell nichts ändern. Nach dem Treffen gilt aber immerhin als sicher, dass im Januar ein zweites Konjunkturprogramm kommen wird - Zuerst will man aber den Amtsantritt von Barack Obama in den USA abwarten, der wohl seinerseits Mitte Januar ein großes Maßnahmenpaket verkünden wird. Doch was genau ist in dieser Situation eigentlich das Beste für die deutsche Wirtschaft?

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Themen der Woche

  • Nach einem brutalen Messerattentat auf den Polizeichef von Passau wird wieder leidenschaftlich über ein NPD-Verbot diskutiert, da der Täter im rechtsextremen Milieu vermutet wird. Der Erfolg eines Verbotsverfahrens jedoch ist ungewiss, ein Verfahren war bereits zuvor 2003 gescheitert. Ist der Rechtsextremismus in Deutschland wieder am erstarken?
  • Nach dem Bekanntwerden immer neuer Datenschutzskandale hat das Kabinett nun einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der den Umgang mit persönlichen Daten neu regeln und die Bürger laut Innenminister Schäuble (CDU) besser vor Missbrauch schützen soll. Den Grünen zum Beispiel ist der Entwurf aber noch zu lax, sie fordern Nachbesserungen. Wie steht es um den Datenschutz und die Bürgerrechte in Deutschland?
  • Ein neues Konjunkturpaket kommt wahrscheinlich Ende Januar, doch die genaue Ausgestaltung ist innerhalb der großen Koalition noch umstritten: Lieber Konsumgutscheine für alle oder langfristige Steuersenkungen? Was wäre besser für Deutschlands Konjunktur in der Finanzkrise?

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Pendeln für die Konjunktur

11. Dezember 2008

Jetzt ist alles wieder beim Alten. Das Bundesverfassungsgericht hat die Neuregelung der Pendlerpauschale verworfen und die bis 2007 gültige alte Regelung wieder in Kraft gesetzt. Die CSU jubelt, hatte sie doch immer wieder genau das gefordert, war aber bei der Schwesterpartei CDU und insbesondere bei Angela Merkel mehrfach mit ihrem Ansinnen abgeblitzt. Ansonsten jedoch ist man in der Großen Koalition nicht gerade erfreut über das Urteil, müssen doch jetzt noch mehr Schulden gemacht werden, als bisher im Bundeshaushalt vorgesehen war.

Um trotzdem nicht als Verlierer dazustehen wird jetzt versucht, die nun nötigen Steuerrückzahlungen in Milliardenhöhe als willkommene Investition in die schwächelnde deutsche Wirtschaft darzustellen – Quasi als Ersatz für ein zweites Konjunkturpaket, wie es viele derzeit von der Regierung fordern. Doch ist die Subventionierung von Pendlern mit allen damit einhergehenden Folgen wie z.B. Zersiedelung und Umweltbelastungen wirklich ein geeignetes Mittel, um Deutschlands Konjunktur zu stärken?

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Themen der Woche

  • Die Hessen-SPD steckt sowieso schon in der Krise, ein Skandal mehr scheint kaum mehr ins Gewicht zu fallen. Ob bei der geplanten Wahl Ypsilantis zur Ministerpräsidentin unter den Landtagsabgeordneten die Losung galt, sein Abstimmungsergebnis mit Handyfotos zu belegen? Profitieren wird die SPD von solchen Gerüchten sicherlich nicht, doch auch die Beliebtheits-Werte von CDU-Kandidat Roland Koch sind nicht rosig. Kann Thorsten Schäfer-Gümbel den Vorsprung der CDU in Hessen bis zur Wahl Anfang 2009 noch aufholen?
  • Die Diskussion um ein zweites Konjunkturprogramm reisst nicht ab. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer(CSU) nutzt die Berliner Bühne und fordert unermüdlich massive Steuersenkungen von der Kanzlerin und droht sogar mit einem Boykott des Koalitionsausschusses. Braucht die deutsche Wirtschaft in der Finanzkrise weitere Konjunkturhilfen vom Staat?
  • Nun gilt vorerst wieder die volle Pendlerpauschale – doch wie lange? Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts wäre auch die totale Abschaffung zulässig. Eine Forderung, die durchaus Unterstützer findet. Die Pendlerpauschale - klimafeindliche Subvention oder bitter nötige Hilfe für klamme Arbeitnehmer?

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Auf den ersten Blick lief alles nach Plan auf dem CDU-Parteitag diese Woche in Stuttgart. Angela Merkel verteidigte in einer gewohnt mittelmässigen Rede die Politik ihrer Regierung, bekam trotzdem recht ordentlich Applaus und wurde anschließend nur wenig offen kritisiert. Bei ihrer Wiederwahl zur Parteivorsitzenden verbesserte sie sich sogar erneut und erzielte ein Traumergebnis.

Dabei hätte es innerhalb der Partei durchaus Gesprächsbedarf gegeben: Merkels Linie, erst nach der Bundestagswahl 2009 über Steuersenkungen nachzudenken stößt bei vielen Wirtschaftspolitikern und Wahlkämpfern auf wenig Gegenliebe. Statt eine offene Diskussion über dieses Thema zu führen zeigten die Delegierten aber wohl lieber auf Umwegen ihren Unmut und stimmten für einen umstrittenen Antrag: Die deutsche Sprache soll demnach im Grundgesetz festgeschrieben und somit aufgewertet werden. Dies hatte Merkel eigentlich zu verhindern versucht. Ist die Distanz der Kanzlerin zu ihrer Partei gewachsen?

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Themen der Woche

  • Was war das für ein Ringen: Das BKA-Gesetz war nie unumstritten. Besonders die legale Online-Durchsuchung privater Festplatten war immer ein Streitpunkt. Unter anderem deshalb war das Gesetz dann auch im Bundesrat gescheitert und musste in den Vermittlungsausschuss. Nun steht wohl ein Kompromiss fest, das BKA-Gesetz wird voraussichtlich im Januar in Kraft treten.
  • Deutschland steckt wegen der Finanzkrisein der Rezession. Um diese zu bekämpfen gibt es mehrere Vorschläge: die SPD will Konsumgutscheine an die Bürger verteilen, die FDP und Teile der Union favorisieren zur Ankurbelung der Wirtschaft umfangreiche Steuersenkungen. Besonders die CSU piesackt die Kanzlerin immer wieder mit energischen Forderungen nach schnellen Steuersenkungen. Doch was wäre das Beste für Deutschlands Konjunktur?
  • Auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart sprach Angela Merkel auch über die Finanzkrise und verteidigte das bereits verabschiedete Konjunkturprogramm als ausreichend. Ein Hintertürchen ließ sie sich jedoch offen – das dürfte auch der Kritik aus den eigenen Reihen geschuldet sein. Besonders ihr Führungsstil beim Krisenmanagement findet keine ungeteilte Zustimmung innerhalb der CDU.

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Merkel im Kreuzfeuer

27. November 2008

Der Druck auf Angela Merkel (CDU) wächst. Nach Politikern der Opposition fordern nun auch immer mehr Vertreter aus den eigenen Reihen ein entschiedeneres Handeln der Kanzlerin bei der Eindämmung der Rezession. Ihr ehemaliger CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer verlangt öffentlich Steuersenkungen zur Entlastung der Konsumenten schon im Wahljahr 2009 - was Merkel zusammen mit ihrem Finanzminister Peer Steinbrück(SPD) aber strikt ablehnt.

Doch auch die Schwesterpartei CSU hält nicht still: Sowohl Wirtschaftsminister Michael Glos als auch Ministerpräsident und CSU-Parteichef Horst Seehofer kritisieren Merkels abwartende Haltung und bringen erneut die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ins Gespräch. Andere Unionspolitiker wiederum wollen gleich eine großangelegte Steuerstrukturreform durchsetzen. Kann die Kanzlerin diesem Druck aus dem eigenen Lager noch länger standhalten? Oder wäre es sogar besser, wenn sie in der vorherrschenden Krise drastischere Mittel ergreifen würde?

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Themen der Woche

  • Angesichts der Lage im Kongo wird weiter über einen Einsatz europäischer und auch deutscher Soldaten debattiert. Nach dem Plädoyer des Bundespräsidenten für ein Engagement zum Schutz der Zivilbevölkerung gab es unterschiedliche Reaktionen deutscher Politiker - der Grundtenor ist aber meist der gleiche: Prinzipiell ist ein Einsatz sinnvoll, aber bitteschön ohne deutsche Soldaten. Was halten Sie von einem neuen Einsatz der Bundeswehr im Kongo?
  • Immer wieder gibt es Diskussionen um die DDR-Vorgeschichte von Politikern. Jetzt ist Stanislaw Tillich (CDU) in den Fokus der Öffentlichkeit geraten: Der Ministerpräsident von Sachsen soll wichtige Details seines DDR-Lebenslaufes erst nach kritischen Medienberichten eingestanden und korrigiert haben. Wird seine DDR-Vergangenheit ihm nun politisch schaden?
  • Es wird weiter über die richtigen Antworten auf die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise gestritten: Sowohl ein umfassendes Konjunkturprogramm als auch massive Steuersenkungen, u.a. auch der erst kürzlich erhöhten Mehrwertssteuer, sind im Gespräch. Die Bundesregierung sieht solche Maßnahmen jedoch als ungeeignet an und will erst die bisherigen Programme wirken lassen. Was sollte die Kanzlerin gegen die Krise unternehmen?

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Absturz des Bundestrojaners?

20. November 2008

Das schwarz-rote BKA-Gesetz wackelt. Besonders wegen der Möglichkeit von Onlinedurchsuchungen auch ohne richterlichen Beschluß war es von Anfang an innerhalb der SPD heftig umstritten. Als sich dann erst die Jusos in Sachsen und anschließend der ganze Landesverband gegen den vorliegenden Gesetzesentwurf aussprachen, löste dies eine politische Lawine aus: Nacheinander meldeten auch Regierungsmitglieder in Schleswig-Holstein, Sachsen Anhalt und Rheinland-Pfalz schwere Bedenken an und ließen offen, ob das BKA-Gesetz im Bundesrat ihre Zustimmung finden wird.

Während der Entwurf nun also im Vermittlungsausschuss liegt, werden die Abweichler munter bearbeitet. CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl schimpfte über “linkes Gerülpse aus Sachsen” und bezeichnete die SPD als “Sicherheitsrisiko”. Doch auch innerhalb der SPD kann man wenig Verständnis für diesen späten Schwenk aufbringen. Der Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz (SPD) sah “keine Signale, dass es problematisch werden könnte” und zeigte sich dementsprechend überrascht. Wie geht es nun weiter mit dem BKA-Gesetz?

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Themen der Woche

  • Sollte man Opel mit einer Bürgschaft unter die Arme greifen? An dieser Frage scheiden sich die Geister, sehen manche in der Unterstützung des angeschlagenen Autobauers doch eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung. Andere warnen vor einer Pleite des Konzerns als dem größeren Übel für Deutschland. Oder wäre es vielleicht besser, der Finanzkrise mit all ihren Folgen gleich mit einem großangelegten Konjunkturprogramm zu begegnen?
  • Hessens Landtag hat sich selbst aufgelöst und Neuwahlen für den 18. Januar 2009 beschlossen. Wird über diesen Umweg der von vielen schon abgeschriebene Roland Koch (CDU) doch wieder Ministerpräsident ? Oder bleibt der SPD trotz des Ypsilanti-Debakels noch eine Chance, um selber die hessische Regierung zu stellen?
  • Das BKA-Gesetz steht auf der Kippe. Während sich SPD und Union dafür gegenseitig die Schuld zuschieben, freuen sich die Oppositionsparteien. Diese lehnten den Gesetzentwurf nämlich geschlossen ab und blockierten so im Bundesrat die Zustimmung der Bundesländer, in denen sie an Koalitionsregierungen beteiligt sind. Muss die Koalition nun den Kritikern des BKA-Gesetzes entgegenkommen, um es überhaupt noch verwirklichen zu können?

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